Fürsprecherin in ausweglosen Situationen

Fürsprecherin in ausweglosen Situationen

Liebe Gemeindemitglieder,

wer sich die Liste der Tagesheiligen des heutigen Freitags anschaut, wird auch auf den Namen der heiligen Rita treffen.

Rita von Cascia wurde um das Jahr 1380 in der Nähe von Spoleto in Umbrien geboren. Sie hatte es wahrlich nicht leicht in ihrem Leben: Gegen ihren Willen wird sie früh mit einem gewalttätigen Mann verheiratet. Sie wird Mutter von zwei Söhnen. Doch sowohl ihr Mann als auch die Kinder kommen ums Leben, und Rita muss sich neu orientieren.

Sie tritt in den Orden der Augustinerinnen ein und widmet ihr restliches Leben der Sühne und der Buße. 1628 wird sie selig- und 1900 heiliggesprochen, weil ihr zahlreiche wundersame Heilungen nachgesagt wurden.

Zugegeben, der Name der heiligen Rita ist wohl den wenigsten unter uns bekannt, geschweige denn ihr Namenstag. Umso aktueller ist wohl, dass Rita als eine Schutzheilige bei schweren Prüfungen gilt. Von vielen Generationen wurde sie in aussichtslosen Situationen oder der Gefahr durch schwere Krankheiten wie etwa der Pocken angerufen.

Schwere Prüfungen mussten viele Menschen in den letzten Wochen und Monaten bestehen: Sei es, dass man selbst oder Angehörige an Corona erkrankten, schlimmstenfalls an der Krankheit verstorben sind; sei es, dass durch die Einschränkungen schulische Prüfungen verschoben wurden oder gänzlich ausfielen; sei es, dass geplante Familienfeste (Hochzeiten, Erstkommunion, Firmung …) abgesagt werden mussten; sei es, dass … Die Liste ließe sich bestimmt um viele persönliche Beispiele ergänzen.

Ein Jeder von uns ist in der einen oder anderen Form vom Corona-Virus betroffen, direkt durch eine Ansteckung oder durch Quarantäne, da man in Kontakt mit einem Erkrankten gekommen ist. Nicht wenige fürchten um ihren Arbeitsplatz, da Kurzarbeit und Entlassungen die Existenz der Familie bedrohen. Angst macht sich breit. Wer hilft mir in dieser Not?

Als Christen dürfen wir uns in jeder Situation unseres Lebens mit unseren Anliegen im Gebet an Gott wenden. Der Glaube an einen persönlichen Gott, der allgegenwärtig und stets für den Menschen ansprechbar ist, macht dies möglich. Das Gebet ist somit auch ein Ausdruck der Gottesverehrung.

Als katholische Christen können wir in unserer Not zudem vertrauensvoll um die Unterstützung der Gottesmutter Maria und der bitten, die um Fürsprache bei Gott angerufen werden. Zugegebenermaßen ist diese Form nicht mehr für jeden Christen eine zeitgemäße Gebetsform; sie scheint aus der Mode gekommen zu sein. Doch für viele Gläubige ist gerade dies eine Möglichkeit, ihre Sorgen einem Heiligen / einer Heiligen anzuvertrauen, dem sie in besonderer Weise nahestehen.

Es gibt durchaus einige Heilige, die für Seuchen oder Pandemien „zuständig“ sind, auch wenn die Namen nicht gleich jedem geläufig sind, zum Beispiel Bernhardin von Siena, Maternus von Köln oder eben die heilige Rita von Cascia. Ein weiterer „populärer“ Heiliger gilt als Schutzpatron aus ausweglosen Situationen, der hier nicht unerwähnt bleiben soll: der Apostel Judas Thaddäus.

Krankheiten haben uns Menschen schon immer geängstigt, besonders in Krisenzeiten; in früheren Zeiten bei der Pest oder heute bei Corona. Wir selbst sehen oftmals keinen Ausweg aus dieser Situation, müssen uns auf die Politik oder die Medizin verlassen – und fühlen uns dann verlassen.

Da hilft uns das Wissen und das Vertrauen darauf, dass wir so starke Fürsprecher bei Gott haben, die uns aus unseren ausweglosen Situationen einen Ausweg finden lassen und die uns die Gewissheit geben, dass wir immer in Gottes Hand geborgen sind.

Aus der Novene zur heiligen Rita:

Heilige Rita, du hilfst in schweren und aussichtslosen Fällen. Bitte lege bei Gott, unserem Herrn, Fürbitte für mich ein.

Gütiger Gott, Du hast die heilige Rita schon oft erhört, sei auch uns barmherzig. Wir bitten Dich, gewähre durch ihre Fürbitte, was wir erhoffen – durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.

 

Ihr Diakon Michael Pietsch