
Draußen-Gottesdienst - In Gottes Natur
Die Sonne blinzelt durch die Bäume, irgendwo zwitschert ein Vogel – eine kleine Gruppe Gläubiger hat sich an diesem Nachmittag am Don-Bosco-Haus in Hondelage versammelt. Die meisten kennen sich inzwischen gut, diesmal ist auch ein „neues“ Ehepaar dabei. Jüngere und ältere Menschen kommen zusammen, es wirkt vertraut.
Diesmal steht die Schöpfung im Mittelpunkt des Gottesdienstes. Immer gibt es ein Thema bei den Draußen-Gottesdiensten. Nach Gebeten und einer kurzen Auslegung eines Bibeltextes sollen die Teilnehmenden aktiv werden. Mit einem kleinen Klumpen Modelliermasse sollen alle ein Symbol gestalten. Die Aufgabe klingt zunächst einfach: „Formt ein Symbol, das etwas mit dir, deinem Glauben oder deinem Leben zu tun hat.“
Gar nicht so leicht, merke ich schnell. Neben mir entstehen Hände, Herzen und kleine Figuren. Jemand formt eine Sonne, ich entscheide mich für eine Schildkröte – ein Symbol, das ich als kleinen Anhänger an einer goldenen Kette bereits seit meiner Kommunion trage und das mich immer begleitet. Und das für mich Ruhe und Kraft bedeutet. Manche Werke sind sofort zu erkennen, andere bleiben geheimnisvoll, bis ihre Schöpferinnen und Schöpfer erzählen, was dahintersteckt.
„Dieses Symbol steht für mich für Liebe.“
„Diese Hand zeigt, dass ich in Gottes Hand geborgen bin.“
Nach und nach legen alle ihre kleinen Kunstwerke in die Mitte. Am Ende entsteht ein großer Kreis voller Symbole – sichtbar für alle. Unterschiedlich und doch miteinander verbunden.
In früheren Gottesdiensten haben wir auch schon Gräser, Stöckchen, Blätter oder Samen im Wald gesammelt. Wir haben selbstgemachte Kräuter-Limonade getrunken oder auch einfach mal nur den Stimmen der Natur gelauscht – immer passend zum jeweiligen Thema. Gottes Natur ist hier nicht nur Kulisse, sondern Teil des Gottesdienstes selbst.
Besonders schön finde ich die Atmosphäre: offen, unkompliziert und herzlich. Ein kleiner Kreis ist regelmäßig dabei, doch immer wieder kommen neue Menschen hinzu. Niemand muss etwas sagen, niemand muss „perfekt glauben“. Man darf einfach da sein.
Vorbereitet werden die Draußen-Gottesdienste mit viel Engagement von Manuela Sehrt-Oppermann, Andrea Hoffmann und Karin Schott. Entstanden ist die Idee in der Corona-Zeit aus den damaligen Online-Gottesdiensten – und inzwischen erfreuen sich die Treffen großer Beliebtheit.
Und noch etwas fällt auf: Nach dem Schlusssegen geht hier niemand einfach nach Hause. Stattdessen duftet es schon nach Kaffee und selbstgebackenem Kuchen. Menschen bleiben stehen, setzen sich zusammen, erzählen, lachen weiter. Gemeinschaft eben – ganz ungezwungen.
Als ich mich schließlich verabschiede, denke ich: Kirche kann genau so sein. Draußen. Mitten im Leben. Mitten in Gottes Natur.
Der nächste Draußen-Gottesdienst findet am 30. Mai statt. Treffpunkt ist diesmal bereits um 15.30 Uhr im Köhlenbusch 15 in Bevenrode. Vielleicht sehen wir uns dort?
Link zum Draussen-Gottesdienst: "St. Marien Braunschweig - Wasser des Lebens"